Geschichte

Das Haus Thoholte liegt im Zentrum der Stadt Geseke. Nordöstlich des Marktplatzes führt eine kleine Sackgasse zu dem denkmalgeschützten ehemaligen Adelssitz. Eine teilweise erhaltene barocke Toranlage bildet den Eingang zu einem mehrere tausend Quadratmeter großen Grundstück, welches inzwischen mit „Pastor Hölzchen“ verbunden und zu einer großzügigen Parkanlage umgestaltet wurde. Nach der Restaurierung kommt der Bau innerhalb der weiten Parkanlage jetzt wirkungsvoll zur Geltung.

Die Geschichte der Gesamtanlage reicht bis in die Frühzeit der Stadt zurück. Möglicherweise hatten bereits die Haholde hier Besitz. 1338 soll der Hof als “Annenhof” erwähnt worden sein, eine Bezeichnung, die auf Anna von Bökenförde zurückgehen könnte. Im 16.Jahrhundert wird er dann verschiedentlich als “Grevenhof” bezeichnet. Anfang des 17.Jahrhunderts kommt der Hof in den Besitz des Fürstbischofs Dietrich von Fürstenberg, Bischof von Paderborn. 1625 erwirbt die Familie von Hörde zu Störmede die Hofanlage , auf der in der Nacht vom 13. auf den 14. Mai 1652 Kürfürst Maximilian Heinrich, Erzbischof von Köln, übernachtet. Einem Chronogramm am Torpfeiler lässt sich entnehmen, dass das Ehepaar Johannes Otto Fischer und Anna Maria Grever die Toranlage im Jahr 1714 errichtet hat.

1729 fällt das barocke Vordergebäude teilweise einer Brandstiftung zum Opfer. Die Brandstifterin wird zum Tode verurteilt und hingerichtet. Bis 1733 wird das Haus wieder aufgebaut und 1748 an Dr. Caspar Heinrich Schulte verkauft.

Der Hof wird nun als “Schulten-Hof” bezeichnet. Im Urkataster findet sich dann die Bezeichnung “Schulzen-Hof”, nachdem zwischenzeitlich der Pächter Caspar Schulze den Hof bewirtschaftet hatte. 1854 verkauft die Erbin Josephine Schulte die Hofanlage an den Kanzleidirektor Franz Xaver Finke aus Warburg. Dieser veräußert ihn 1856 an den Kaufmann Johann Philipp Thoholte, dessen Sohn Phillip 1882 die Besitzung übernimmt. 1976 stirbt mit seinem Sohn, dem Rechtsanwalt Johannes Thoholte, der letzte Geseker Träger des Namens. 1978 verkaufen die Erben das Anwesen an die Stadt Geseke , welche das Haus von 1979 bis 1982 renoviert. Das Erdgeschoss wird an zwei Mietparteien vermietet. Die Räume im Obergeschoss dienen den politischen Parteien als Fraktionsräume, der Saal wird für Veranstaltungen genutzt. Von den Wirtschaftsgebäuden ist die vom Verein für Heimatkunde Geseke restaurierte Remise als einziges erhalten geblieben.

Nach der erneuten Restaurierung und Umgestaltung des Hauses beginnt 2011 mit dem “Café und Haus Thoholte” ein neuer Abschnitt in der langen und wechselvollen Geschichte des Hauses. Mit der Namensgebung erinnert man an eine Familie, die drei Generationen in diesem Haus wohnte und bereits zuvor über viele Jahrhunderte in Geseke ansässig war.

Text von Hubertus Kersting